Eine flach gespannte Dachlinie, breite Schultern und eine steil stehende Front prägen den neuen Mercedes-AMG GT SUV. Mit dem rein elektrischen Modell präsentiert die Performance-Marke aus Affalterbach erstmals ein vollständig eigenständig entwickeltes SUV. Seine Weltpremiere feierte der Wagen am 17. Oktober in Stuttgart im Rahmen des »The 140 Festival«, mit dem Mercedes-Benz sein 140-jähriges Jubiläum beging.
Der Mercedes-AMG GT SUV basiert auf der neuen elektrischen Performance-Architektur AMG.EA und überträgt die Proportionen eines sportlichen Grand Tourers auf ein fünftüriges Fahrzeug. Bei einer Länge von rund 5,08 Metern und einer Höhe von etwa 1,66 Metern entstand eine für diese Fahrzeugklasse ungewöhnlich flache Silhouette. Die weit nach hinten gezogene Dachlinie, rahmenlose Seitenscheiben und kurze Überhänge verstärken die markante Erscheinung.

»Performance beginnt mit Präsenz«, erklärt Bastian Baudy, seit Anfang des Jahres neuer Chief Design Officer der Mercedes-Benz Group AG. Für ihn sind vor allem die muskulös ausgeformten Schultern, die breite Spur und die niedrige Silhouette entscheidend, um den sportlichen Charakter des Fahrzeugs bereits in seiner äußeren Erscheinung erkennbar zu machen.

Eine neue Interpretation der AMG-Formensprache
Die Front greift mit ihren vertikalen Streben ein bekanntes Gestaltungsmerkmal von Mercedes-AMG auf. Und auch bei diesem Elektroauto darf die traditionelle Kühlergrafik offenbar nicht fehlen – selbst wenn ihre ursprüngliche Funktion längst in den Hintergrund gerückt ist. Beim GT SUV lassen sich der umlaufende Rahmen und die metallischen Streben zudem optional beleuchten. Die Scheinwerfer tragen das Mercedes-Sternmotiv, während am Heck sechs kreisrunde Leuchten mit einer an Turbinen erinnernden Struktur angeordnet sind.

Selbstverständlich beeinflusste auch die Aerodynamik den Entwurf. Bewegliche Lamellen in der Frontschürze regulieren den Kühlluftstrom und bleiben geschlossen, solange keine zusätzliche Kühlung erforderlich ist. Bei den Modellen GT 55 und GT 63 verändert ein aktiver Dachspoiler ab 150 km/h seine Stellung, um den Luftwiderstand beziehungsweise die Fahrstabilität zu optimieren.

Ein Cockpit mit GT-Charakter
Im Innenraum orientiert sich der Mercedes-AMG GT SUV an der Sitzposition eines Grand Tourers. Fahrer und Beifahrer sitzen vergleichsweise tief, das Cockpit ist deutlich zum Fahrer ausgerichtet. Drei Displays bestimmen die Instrumententafel, wobei der 14 Zoll große Zentralbildschirm leicht zum Fahrer angewinkelt ist. Bei den stärkeren Modellvarianten sitzen auf der Mittelkonsole drei Drehsteller zur individuellen Abstimmung der Fahrdynamik – eine durchaus willkommene analoge Ergänzung zur ansonsten weitgehend digitalen Bedienung.

Im Fond bietet der GT SUV eine serienmäßige Dreiersitzbank. Das großflächige Panorama-Glasdach lässt sich zwischen transparent und blickdicht umschalten. Bei der Individualisierung stehen mehr als 60 MANUFAKTUR-Lackierungen zur Auswahl. Erstmals lassen sich auch die Schmiederäder mit farbigen Akzenten versehen.

Elektrische Performance aus Affalterbach
Der Mercedes-AMG GT SUV ist nach dem AMG GT 4-Türer Coupé das zweite Modell auf Basis der eigens für elektrische Hochleistungsfahrzeuge entwickelten Architektur AMG.EA. Die flach im Fahrzeugboden integrierte Batterie ermöglicht einen niedrigen Schwerpunkt und schafft zugleich die Voraussetzungen für die vergleichsweise flache Dachlinie. Damit beeinflusst die elektrische Architektur unmittelbar die Proportionen des Fahrzeugs.

Je nach Ausführung kommen zwei oder drei Elektromotoren zum Einsatz. Das Spitzenmodell GT 63 erreicht bis zu 860 kW (1.169 PS), womit Mercedes-AMG den Leistungsanspruch seiner GT-Familie auch im elektrischen SUV-Segment fortführt.

Auch akustisch folgt der GT SUV dem bereits im Mai vorgestellten elektrischen AMG GT 4-Türer Coupé. Im Fahrprogramm AMGFORCE Sport+ werden auf Grundlage aufgezeichneter Motorengeräusche der Klang eines AMG-V8 beziehungsweise eines Sechszylinders sowie Schaltvorgänge simuliert. Dass Mercedes-AMG selbst bei seinen eigens entwickelten Elektrofahrzeugen am vertrauten Verbrennerklang festhält, zeigt, wie stark die Identität der Marke weiterhin an den klassischen Motor gebunden ist.

Weltpremiere zum 140-jährigen Jubiläum
Den Rahmen für die Präsentation bildete das »The 140 Festival« am Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Anlass war die Rückkehr dreier S-Klasse-Limousinen, die seit Ende Januar unter den Namen Bertha, Carl und Gottlieb auf einer Weltreise unterwegs gewesen waren. Nach mehr als 65.000 Kilometern durch 55 Länder auf sechs Kontinenten erreichten sie wieder ihren Ausgangspunkt. Ein Konvoi aus 140 historischen und aktuellen Mercedes-Benz-Fahrzeugen begleitete die Rückkehr. Zu den Exponaten gehörten eine Replik des Benz Patent-Motorwagens von 1886, das Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut-Coupé und der experimentelle C 111.

Die Weltpremiere des Mercedes-AMG GT SUV stellte dabei den Bezug zur Gegenwart und Zukunft der Marke her. Im Jahr vor dem 60-jährigen Bestehen von Mercedes-AMG zeigt das Modell, wie die Marke ihre bisher vom Verbrennungsmotor geprägte Identität in das elektrische Zeitalter überführen will. Gestalterisch bleibt die Nähe zum klassischen Grand Tourer erkennbar, auch wenn dessen Proportionen hier erstmals auf ein eigenständig entwickeltes AMG-SUV übertragen wurden. [CPS]


