Innerhalb von nur zwei Jahren hat Miiro sechs Hotels eröffnet und sich als eine der interessantesten jungen Hotelgruppen in Europa positioniert. Die in London ansässige Marke entwickelt ihre Häuser aus dem jeweiligen Umfeld heraus: aus Architektur, Geschichte und dem Alltag eines Viertels. Das Leitmotiv »Brilliantly Considered Stays« beschreibt diesen Anspruch knapp und treffend.
Besonders gut lässt sich dieser Ansatz in Wien beobachten. Mit dem Palais Rudolf am Rudolfsplatz und dem SpittelBerg in der Kirchberggasse betreibt Miiro zwei Häuser, die dieselbe Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

Miiro Palais Rudolf
Das Miiro Palais Rudolf im ersten Bezirk versteht sich als zeitgenössische Interpretation eines Wiener Stadthauses. 64 Zimmer, Fischgrätparkett, Vintage-Mobiliar und eine ruhige Farbpalette prägen das Haus. Das Interior-Konzept stammt von James Thurstan Waterworth, die architektonische Gestaltung von Gabriel Kacerovsky und seinem Wiener Studio Archisphere. Der Entwurf arbeitet mit einer zurückgenommenen Materialität, warmen Naturtönen und Möbeln, die dem Haus eine klassische Anmutung geben, ohne historisierend zu wirken. Kacerovsky beschreibt den Ansatz so: »Das Palais Rudolf wurde als lebendiger Ort konzipiert, nicht als Denkmal.« Kunst von Maria Lassnig, Peter Sengl, Jürgen Messensee, Max Weiler, Rudolf Hradil und Christian Ludwig Attersee begleitet diesen Gedanken. Mit dem für 2026 geplanten Baroness Restaurant soll das Haus zudem um eine eigenständige gastronomische Adresse erweitert werden.

Miiro Palais Rudolf Vienna
Einen anderen Ton setzt das Miiro SpittelBerg im 7. Wiener Bezirk. Mit 132 Zimmern liegt es mitten im historischen Spittelberg und versteht sich als Teil eines Quartiers, das von kleinen Lokalen, Galerien und kulturellen Institutionen geprägt ist. Stein, geölte Eiche, Kalkputz sowie textile Oberflächen bestimmen die Innenräume. Maßgefertigte Lichtobjekte setzen gezielte Akzente. Das Haus wirkt weniger stadthausartig als das Palais Rudolf – es ist offener, urbaner und stärker auf Übergänge zwischen Hotel und kreativer Nachbarschaft angelegt. Auch hier spielt Kunst eine zentrale Rolle: Arbeiten von Christian Ludwig Attersee, Josef Mikl, Heimo Zobernig und Cornelius Kolig treffen auf eine ortsbezogene Intervention von Florian Metzler alias @flowsofly im Eingangsbereich. Gabriel Kacerovsky formuliert die Idee des Hauses so: »Das Haus wurde als Teil des Spittelbergs gedacht – mit klarer Struktur, offenen Übergängen und einem Verständnis von Gastlichkeit, das Architektur, Nachbarschaft und Kultur zusammenführt.«

poco bar, Miiro Spittelberg
Im Erdgeschoss erweitert das Restaurant poco diesen Gedanken in den öffentlichen Raum. Es richtet sich gleichermaßen an Hotelgäste wie an Anwohner:innen und knüpft damit an die Offenheit des Viertels an. Auch gestalterisch folgt poco keiner klassischen Hotelstruktur. Der Raum soll nahbar wirken, mit einer Gastronomie, die sich in den Tagesrhythmus des Spittelbergs einfügt.

Miiro Le Grand Hôtel Cayré
Der Blick auf die übrigen Häuser der Hotelgruppe zeigt, dass Miiro diesen ortsbezogenen Ansatz auch in anderen Regionen konsequent verfolgt. In Paris bezieht sich Le Grand Hôtel Cayré auf die Geschichte von Saint-Germain-des-Prés. In Barcelona verbindet Borneta die Atmosphäre des Viertels El Born mit einem lokalen Kunstprogramm und einem lebendigen öffentlichen Bereich. The Mansard in Gstaad greift alpine Bautraditionen auf, Templeton Garden in London entwickelt seinen Charakter aus einem weitläufigen Garten im Herzen von Earl’s Court.

Miiro Templeton Garden, London
»Unser Ziel ist es, Häuser zu schaffen, die mit ihrer Umgebung verbunden sind und Gästen einen Aufenthalt bieten, der den Charakter des jeweiligen Ortes erfahrbar macht«, erklärt Neena Gupta, CEO von Miiro. Dass hinter dieser bewusst lokal gedachten Hotelmarke mit InterGlobe Enterprises einer der größten Tourismus- und Luftfahrtkonzerne Indiens steht, macht den Ansatz umso interessanter.

Garden Suite, Miiro Templeton Garden
Zu den Konstanten des Miiro-Konzepts gehören im Übrigen auch bewusst gesetzte Details: Dazu zählen beispielsweise Pflegeprodukte von Le Labo, die über alle Häuser hinweg für einen subtilen olfaktorischen Wiedererkennungseffekt sorgen. Ergänzt wird dies durch lokale Produkte in der Minibar, Kaffee- und Teestationen, individuelle Bar- und Restaurantkonzepte für jedes Hotel sowie sogenannte Refresh Rooms für die Zeit vor dem Check-in oder nach dem Check-out. Und auch Musik ist Teil des Gestamkonzepts: Gemeinsam mit Spectre entwickelt Miiro für jedes Haus individuelle Klangwelten, die sich im Tagesverlauf verändern und den Charakter des jeweiligen Hauses hörbar machen. [TVR]

