Die neue Mercedes-Benz S-Klasse (2026), vorgestellt am 29. Januar 2026, unterstreicht mit zahlreichen technischen Innovationen ihren Pionierstatus. Ein Anspruch, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Historie der Oberklasselimousine zieht. Auch optisch setzt die Modellpflege klare Akzente: Ein größerer Kühlergrill mit markanter Lichtsignatur und ein nun optional beleuchteter Stern schärfen den Auftritt. Chapter blickt anlässlich des Facelifts auf die Historie und die wichtigsten Wegbereiter der neuen Generation.
Offiziell wurde die Bezeichnung S-Klasse zwar erst mit der im Jahr 1972 präsentierten Baureihe W116 eingeführt, die Ahnenreihe der großen Luxuslimousine aus dem Hause Mercedes-Benz reicht jedoch sehr viel weiter zurück – bis ins Jahr 1903, als der Mercedes-Simplex 60 PS eine neue Ära der Mobilität einläutete. Ein weiterer früher Meilenstein auf dem Weg zur heutigen Luxuslimousine war der im Jahr 1951 erstmals vorgestellte Typ 220 (Baureihe W 187). Man attestierte dem mit hochmodernem Sechszylindermotor ausgestatteten Oberklassefahrzeug das »Temperament eines Sportwagens«. Die nachfolgende Baureihe (W 180) wurde von 1954 bis 1959 gebaut und punktete mit einer selbsttragenden Karosserie und gesteigertem Komfort im Innenraum.

Mercedes-Benz 220 »Ponton« Limousine (W 180)
Mit den ab 1959 eingeführten Baureihen W 111/ W 112 brachte Mercedes-Benz erstmals Serienfahrzeuge mit Sicherheitskarosserie auf den Markt. Auch optisch schien Mercedes-Benz einen Nerv getroffen zu haben, denn die Baureihe spielt im 1969 erschienenen James-Bond-Klassiker »Im Geheimdienst Ihrer Majestät« eine entscheidende Rolle: Die Gegner des berühmten britischen Geheimagenten sind in einem 220 S unterwegs.
1965 debütierten die Baureihen W 108/W 109 auf der IAA in Frankfurt. Obwohl es die Bezeichnung noch nicht gab, gelten die bis 1972 produzierten Fahrzeuge als direkte Vorgänger der heutigen S-Klasse. Optisch standen die Zeichen auf eleganter Funktionalität: Das Design der Oberklassefahrzeuge ist eine eindeutige Abkehr von der Heckflosse, gleichzeitig ist die von Paul Bracq geprägte Formensprache keine Zäsur, sondern eine konsequente Weiterentwicklung eines bereits etablierten und beliebten Ansatzes. In den klaren Linien und der schlichten Funktionalität zeigt sich ein klares Bekenntnis zu einer puristischen Designsprache. Die Baureihe war auch bei Kennern und Prominenten sehr beliebt. So war unter anderem der Formel-1-Rennfahrer Emerson Fittipaldi in einem Fahrzeug dieser Generation unterwegs.

Mercedes-Benz Baureihe 108, Schnittzeichnung aus dem Jahr 1965.
Ab 1972 übernimmt die Baureihe 116 die Nachfolge des Mercedes-Benz W 108/W 109 und trägt erstmals offiziell den Namen S-Klasse. Zu den wichtigsten technischen Neuerungen gehörte unter anderem die beim Forschungsfahrzeug C 111 erprobte Doppelquerlenker-Vorderradaufhängung. Auch in Sachen Sicherheit fand ein großer Innovationssprung statt. Obwohl der von Friedrich Geiger entworfene Hundertsechzehner moderner wirkt als sein Vorgänger, war man noch nicht bereit, auf den üppigen Einsatz von Chrom zu verzichten. Das eher konservative Kundenklientel sollte schließlich nicht enttäuscht werden.

Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 der Baureihe 116
Die über 12 Jahre produzierte S-Klasse der Baureihe 126 ist mit 818.036 produzierten Fahrzeugen bis heute die erfolgreichste Mercedes-Benz-Limousine im Luxusbereich. Im Exterieur gab es unter anderem folgende Neuerung: Anders als ihre Vorgänger trug die Baureihe 126 keine Chrom-Stoßstangen mehr, sondern verformbare Kunststoff-Stoßfänger. In der 1979 vorgestellten Baureihe wurde ab 1981 außerdem erstmals ein pyrotechnischer Airbag in einem Serienmodell angeboten.

Mercedes-Benz S-Klasse Limousine der Baureihe 126 (1979 bis 1992)
Auch die nachfolgenden Baureihen punkteten mit innovativen Entwicklungssprüngen in Sachen Sicherheit. So verbaute Mercedes-Benz ab 1995 in der Baureihe 140 als erster Hersteller überhaupt das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Komfort und Luxus auf langen Strecken standen auch bei dieser Generation eindeutig im Vordergrund. Zum Marktstart gab es jedoch auch Kritik – das Auto sei zu groß und wuchtig, es passe beispielsweise nicht auf den Autozug nach Sylt.
Der Hersteller reagierte unverzüglich: Die von 1998 bis 2005 gebaute Baureihe 220 war deutlich leichter als jene davor. »Insgesamt schöpft die neue S-Klasse ihre Begehrlichkeit aus den klassischen Tugenden eines Mercedes-Benz – aus der Verbindung von Vernunft und Emotion. Sie garantiert Gelassenheit durch die vertraute Stärke bei Komfort und Sicherheit, und sie verkörpert Genuss mit ihrem eleganten Design und ihren ausgewogenen Fahreigenschaften«, sagte Dieter Zetsche, damals das für den Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG, anlässlich der Präsentation der neuen Generation. Das Spitzenmodell S 600 durchbrach 2002 erstmals die magische Leistungsgrenze von 368 kW (500 PS). Außerdem stand mit dem S 55 AMG zum ersten Mal ein AMG-Modell offiziell auf der Preisliste der S-Klasse.

Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe 220 (1998)
Innovationssprünge in den Bereichen Sicherheit und Technik, Klarheit im Design und moderner Luxus im Interieur prägten auch die nachfolgenden Generationen. Über alle Baureihen hinweg ist zudem Folgendes zu beobachten: Sowohl innerhalb des Konzerns als auch darüber hinaus hatte die S-Klasse stets einen Pionierstatus inne. Jede neue Generation an Serienfahrzeugen brachte innovative Technologien und wegweisende Sicherheitssysteme mit sich, die daraufhin auch in anderen Modellreihen verbaut wurden. Konstant blieb auch der Anspruch, ein Auto zu entwickeln, das für Innovation, Komfort, modernen Luxus, Sicherheit und Eleganz steht. Kurz: Ein zeitloses Flaggschiff.

Die neue Mercedes-Benz S-Klasse 2026
Mit der Präsentation der neuen Mercedes-Benz S-Klasse am 29. Januar 2026 wurde die aktuelle Baureihe (223) offiziell abgelöst. Zur Feier des 140. Jahrestages der Erfindung des Automobils durch Carl Benz im Jahr 1886 wurde die S-Klasse einer umfassenden Modellpflege unterzogen. Im Exterieur fällt vor allem die überarbeitete Front mit neu gestalteter Lichtsignatur auf. Der beleuchtete Kühlergrill wurde um 20 Prozent vergrößert und soll Status und Präsenz der großen Limousine unterstreichen.

Erstmals bei einem Serienmodell leuchtet der Mercedes Haubenstern der S-Klasse optional selbst und wird auf diese Weise Teil der Lichtsignatur. Das Doppelstern-Scheinwerferdesign trägt einerseits zu einem ikonischen Auftritt bei, verbessert gleichzeitig aber auch die Sicht und damit die Sicherheit der Fahrerin oder des Fahrers. Am Heck betonen neu gestaltete Rückleuchten mit drei verchromten Signatursternen die Identität der S-Klasse. Dazu kommen neue Felgendesigns und zusätzliche Lackierungen.

Auch im Innenraum hat sich einiges getan: Hier wird künftig der Superscreen serienmäßig verbaut, das Infotainment-System arbeitet fortan auf einer neuen Plattform und kombiniert mehrere KI-Modelle miteinander. Das Hirn des Fahrzeugs ist der Supercomputer – das eigens entwickelte Mercedes-Benz Operating System (MB.OS). Der Fond punktet mit großzügigem Platzangebot und größeren Bildschirmen. Innovationen wie der beheizbare Sicherheitsgurt sorgen vorne für zusätzlichen Komfort. Dünne Heizfasern lassen den Gurt mehr als 40 Grad erreichen. Da wird einem doch gleich ganz warm ums Herz. [SW]

