Maßgeschneiderte Geschwindigkeit

McLaren Special Operations verbindet Technik, Handwerk und Individualität

Exterior of McLaren W1
In Kooperation mit McLaren Automotive; © McLaren Automotive

Text Sarah WETZLMAYR

Kaum ein Automobil wirkt so selbstverständlich auf seinen Fahrer oder seine Fahrerin abgestimmt wie die Hypercars aus dem Hause McLaren. In der Abteilung für Individualisierung und Restaurierung wird dieser Gedanke nicht nur fortgeführt, sondern perfektioniert. Ein Besuch bei MSO, der Special Operations Unit von McLaren, in der Maßarbeit kein Anspruch, sondern Selbstverständnis ist.

Wer schon einmal in einem McLaren gesessen ist, weiß, dass diese Fahrzeuge weit mehr sind als reine Maschinen. Sie reagieren präzise und direkt, jede Bewegung findet ihr Echo — Autos, die sich zuweilen wie die Verlängerung des eigenen Körpers anfühlen, als Einheit von Mensch und Technik. Dieses Gefühl entsteht nicht zufällig: Es ist das Resultat jener kompromisslosen Abstimmung, die McLaren zu einer eigenen Disziplin erhoben hat — von der exakten Rückmeldung der Lenkung über das präzise Ansprechen der Bremsen bis hin zur Balance des Fahrwerks.

Interior of McLaren W1

 

Beim Individualisierungsprozess können Kund:innen auf die geballte Ladung an Handwerkskunst und Expertise des McLaren MSO Teams zurückgreifen. Auch die Möglichkeiten dem Interior (im Bild des W1) eine persönliche Note zu geben sind vielfältig.

Jene Abteilung, die bei McLaren für Individualisierung und Restaurierung verantwortlich zeichnet, denkt noch einige Schritte weiter, wenn es um das Auto als Spiegel der eigenen Persönlichkeit geht. Von dezenteren Anpassungen bis hin zu kompletten One-Offs ist bei MSO, der Special Operations Unit von McLaren, fast alles möglich, um einen McLaren zu entwerfen, der nicht nur dem eigenen Geschmack entspricht, sondern der darüber hinaus zum fahrenden Ausdruck der eigenen Identität wird. Zudem schreiben sich all jene, die diesen Weg der Personalisierung gehen, auch ein Stück weit in die Geschichte der Marke ein. Als »Director of MSO McLaren Special Operations« fungiert Jonathan Simms, der zuvor unter anderem die Bespoke-Abteilung bei Rolls-Royce leitete. In Goodwood durfte er erfahren, was es bedeutet, wenn Bespoke zum Markenkern gehört, die Kunden und Kundinnen also ganz genau wissen, wie groß die Bandbreite an möglichen Individualisierungsmaßnahmen ist. Und natürlich auch gerne Gebrauch davon machen. Genau das möchte er nun auch bei McLaren erreichen, erzählt Simms.

Interview with Jonathan Simms, MSO McLaren Special Operations

 

Jonathan Simms leitet McLaren Special Operations — mit dem Ziel, dass die drei Buchstaben
MSO zum Synonym für Begehrlichkeit werden.

Wir befinden uns in den Räumlichkeiten oberhalb des legendären Silverstone Circuits. Hier werden in einem eigens dafür eingerichteten Bereich Individualisierungsmöglichkeiten ausgelotet und Lackierungen inspiziert. Finger gleiten über Stoffproben, Leder und Alcantara. Unter uns zischen McLarens durch Copse, Maggotts, Becketts und Chapel — vom neuen Artura bis hin zum Senna GTR und zum Solus GT   ist im Rahmen des »Pure McLaren- Trackdays« in Silverstone fast die gesamte Modellpalette am Start. Vor allem das letztgenannte Fahrzeug ist weder zu übersehen noch zu überhören. Das meistfotografierte Hypercar an diesem Tag ist aber mit Sicherheit der brandneue W1. Das mit 1.275 PS ausgestattete Auto, in das auch zahlreiche technische Errungenschaften und Erfahrungswerte aus der Formel 1 flossen, wurde auf 399 Stück limitiert und ist ein Hypercar wie es im Buche steht. Schon der Name verrät, dass der W1 entwickelt wurde, um sich in die aus den beiden Legenden F1 und P1 bestehende Ahnenfolge einzuschreiben. Im Gegensatz zu den anderen Modellen aus dem Hause McLaren durchläuft zudem jeder einzelne W1 einen Abstimmungs- und Individualisierungsprozess, dessen Ausmaß von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich ausfällt.
Bei seinem Wechsel zu McLaren hätte vor allem das bislang noch nicht zur Gänze genutzte Potenzial eine große Rolle gespielt, erklärt Jonathan Simms. »Das Level an Expertise und Handwerkskunst, wenn es beispielsweise um Lackierungen oder Airbrushing geht, ist bei McLaren immens hoch. Ich bin zuversichtlich, dass es uns mit diesem großen Pool an Möglichkeiten gelingt, die Attraktivität von MSO noch weiter zu steigern. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass diese drei Buchstaben sofortiges Begehren hervorrufen.«

EINS UND EINS MACHT EINS

Geht es um den Individualisierungsprozess, ist der erste Schritt meist der schwierigste, fügt Simms hinzu. »Ich treffe immer wieder auf Menschen, die schon lange mit dem Gedanken spielen, einen McLaren nach ihren Vorstellungen zu gestalten, aber nicht wissen, wie und wo sie anfangen sollen. Daher geht es mir auch darum, noch viel mehr über die Möglichkeiten, die wir bei McLaren in Sachen Individualisierung haben, aufzuklären. Ist dieser erste Schritt einmal getan, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein zweites Auto folgt. Aber natürlich nur dann, wenn wir unsere Sache gut gemacht haben.«

 

Production site of MSO McLaren Special Operations

 

»Das Level an Expertise und Handwerkskunst, wenn es beispielsweise um Lackierungen oder Airbrushing geht, ist bei
McLaren immens hoch«, attestiert Jonathan Simms, Leiter McLaren MSO.

Jonathan Simms lacht. Und er hat gut lachen, schließlich weiß er um die geballte Ladung an Handwerkskunst und Expertise, auf die er als Leiter von MSO zurückgreifen kann. Als wichtigster Agent seiner Spezialeinheit weiß Simms auch, dass »persönlich« und »privat« nicht synonym zu gebrauchen sind, ist sich aber auch im Klaren darüber, dass private Erlebnisse bei der Gestaltung eines auf die eigene Persönlichkeit zugeschnittenen Fahrzeugs häufig eine entscheidende Rolle spielen. »Ich finde es spannend, zu beobachten, dass die Fahrzeuge am Anfang der Zusammenarbeit meist alle für die Marke typischen Merkmale aufweisen. Sie sind betont sportlich und es gibt auch kaum ein Fahrzeug, das ganz ohne Papaya auskommt. Je länger der gemeinsame Weg dauert, desto mehr Elemente kommen hinzu, in denen sich die Persönlichkeit des Kunden oder der Kundin wiederfindet.«
Letztlich sei das große Ziel immer, zwei Identitäten miteinander in Einklang zu bringen, bringt es Jonathan Simms auf den Punkt. Keinesfalls gehöre es jedoch zu seinen Aufgaben, einen bestimmten Geschmack vorzugeben, fügt er hinzu. »Natürlich gibt es am Ende sowohl Autos, die mir gefallen, wie auch solche, die meinem Geschmack nicht so ganz entsprechen. Ich mag es sehr, wenn persönliche Details eingearbeitet werden. Erst vor kurzem haben wir einen Cartoon aus den Kindheitstagen eines Kunden auf eine Tür gesprüht — ganz klein ans untere Ende. Wir ermutigen unsere Kunden und Kundinnen auch stets dazu, ein Erinnerungsstück oder eine Inspiration zur ersten Session mitzubringen.«
Auf die erste Session folgen in der Regel zwei weitere. Zwar ist Jonathan Simms jene Person, die am gut geölten Schalthebel zwischen Vision und Umsetzung sitzt, die ein oder andere technische Einschränkung gibt es dennoch. »Wir möchten der Fantasie unserer Kunden und Kundinnen keinesfalls im Weg stehen. Sie sollen das Fahrzeug wie eine weiße Leinwand betrachten. Jedoch gibt es beispielsweise beim W1 im Bereich des Hecks ein Teil, an dem wir nichts verändern dürfen, weil es extrem heiß wird und deshalb aus einem bestimmten Material gefertigt werden muss«, hält er fest.

 

Exterior of McLaren Senna GTR

 

Benannt nach Ayrton  Senna,  ist der McLaren  Senna GTR ein Hommage an die enge Verbindung von McLaren mit dem Motorsport.

Der Abstimmungsprozess ginge oft leichter und flüssiger voran, wenn auch Dinge besprochen werden, die den künftigen Besitzern und Besitzerinnen nicht gefallen, bemerkt Simms und setzt nach: »Wenn einem etwas nicht gefällt, fördert das zumeist eine ziemlich starke Emotion zutage — man kann die Gründe dafür besser artikulieren und im Detail festmachen als bei Dingen, die einem gefallen. Dieser Prozess hilft uns sehr dabei, herauszufinden, wie das Auto am Ende aussehen soll.«
Bevor Jonathan Simms wieder an den Schalthebel zwischen Vision und Umsetzung zurück muss, drängt sich noch eine letzte Frage auf: Welcher Teil des gesamten Abstimmungs- und Individualisierungsprozesses sei denn nun jener, der ihm am meisten Spaß macht? Simms lacht und hat sofort eine Antwort parat: »Ich liebe den Moment, wenn extrem erfolgreiche Geschäftsleute plötzlich wieder eine kindliche Neugierde und Faszination entwickeln. Es ist immer ein ganz besonderer Augenblick, wenn sie sich trauen, ihre Entwürfe mit uns zu teilen und richtig stolz darauf sind, was sie geschaffen haben.«

»WIR MÖCHTEN, DASS DIE AUTOS GEFAHREN WERDEN«

Ursprünglich entstand MSO als exklusive Kundenbetreuung für den legendären McLaren F1, der zwischen 1993 und 1997 gefertigt wurde. Heute ist das Arbeitsfeld von Jonathan Simms und seinem Team sehr viel größer. Neben der Individualisierung kümmern sie sich auch um die Restaurierung und Werterhaltung aller historischen Modelle des britischen Herstellers. Die Tatsache, dass im Team der McLaren Special Operations-Abteilung auch Menschen arbeiten, die schon bei der Entwicklung des F1 dabei waren, ist dabei von unschätzbarem Wert. Die ikonischen Fahrzeuge werden mit Originalteilen und auf Basis von Konstruktionszeichnungen restauriert und erstrahlen in neuem Glanz. Auf Wunsch werden sie auch mit modernen Akzenten neu interpretiert. Auf diese Weise sorgt der britische Sportwagenhersteller dafür, dass das Vermächtnis von McLaren auch für kommende Generationen erleb- und erfahrbar bleibt.

 

Exterior of McLaren W1

 

McLaren W1 & McLaren 750S Le Mans – eine Sonderedition des 750S Coupé zum 30. Jahrestag des Sieges von
McLaren bei den 24 Stunden von Le Mans 1995.

Man könne sich in dieser Hinsicht ein Beispiel an der Modeindustrie nehmen, wie Jonathan Simms im Rahmen unseres Gesprächs bemerkt. »Ich wünsche mir, dass es auch bei uns in regelmäßigen Abständen diese Momente gibt, denen alle McLaren-Fans entgegenfiebern, weil sie endlich wissen möchten, welches historische Modell nun von uns restauriert wurde. Oder welche Spezialanfertigung wir als nächstes herausbringen.«
Entscheidend ist, dass der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt. Beziehungsweise: Dieser kann und soll natürlich auch auf Rennstrecken stattfinden, er entfaltet sich aber auch auf Roadtrips oder auf täglichen Routen. Denn einen McLaren besitzt man nicht, um ihn nur anzusehen. Selbst der W1, der alles mitbringt, um im Rahmen eines Trackdays noch ein bisschen weiter ans Limit zu gehen, eignet sich als Fahrzeug für den Wochenendausflug. Sogar ein Kaffeebecher lässt sich bequem in der Mittelkonsole platzieren. »Wir möchten, dass die Autos gefahren werden«, bringt Heather Fitch, W1 Product Manager, einen der wichtigsten Grundsätze des britischen Herstellers auf den Punkt. Ein gutes Stichwort, um noch ein letztes Mal zu überprüfen, wie gut sich der Silverstone Circuit tatsächlich eignet, um der eingangs erwähnten Einheit von Mensch und Maschine ein Stückchen näherzukommen. Denn eines ist sicher: Der Kern der McLaren-Erfahrung liegt im Fahren.

Advertorial | ERSTMALS VERÖFFENTLICHT IN CHAPTER №XIII »IDENTITY« – WINTER 2025/26

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