Josephinenhütte hat die erfolgreiche Black Line erweitert: Erstmals erschien auch das Rotweinglas Josephine No 3 in Rauchschwarz. Die zusätzliche Farbgebung verändert dabei die Wirkung des Glases grundlegend: Es erscheint weniger wie ein stiller Begleiter am Tisch, sondern als Designobjekt mit klaren Konturen und starker visueller Präsenz.
Entworfen vom österreichischen Glasdesigner und Josephinenhütte-Mitbegründer Kurt Josef Zalto gilt die Josephine No 3 als einer der technisch anspruchsvollsten Entwürfe der Josephine-Serie. Der markante Knick im Kelch ist dabei kein dekoratives Detail, sondern ein funktionaler Eingriff: Er verbindet die Großzügigkeit eines Burgunderglases mit einer stärker gebündelten Aromaführung, wie man sie von Bordeaux-Gläsern kennt. In der Black Line bleibt die Form dabei unverändert, ebenso die Herstellung: Jedes Glas wird weiterhin mundgeblasen.

»Meine Leidenschaft für das Spiel von Licht und Schatten führte mich zur Idee, eine limitierte Glasserie in Schwarz zu entwerfen. Die Black Line ist ein emotionales Statement, das die Ästhetik des Moments feiert – ein Glas, das den Fokus ganz bewusst auf Design und Sinnlichkeit legt.«, erklärt Kurt Josef Zalto gegenüber Chapter. Entscheidend sei zudem auch die Herstellungsart: »Das Glas wird in einer eigenen Schmelze im Hafenofen gefertigt – als kleine, kontrollierte Charge statt in einer großvolumigen Wannenanlage. Der Rauchschwarz-Ton entsteht direkt im Glas und nicht durch eine nachträgliche Beschichtung: Ein spezieller Zusatz entwickelt den Farbton bereits während des Schmelzprozesses. Den Farbverlauf erhält jedes Glas durch das Können der Glasbläsermeister – und ist damit immer ein Unikat.«

Die Form folgt dem Zweck. Der breite untere Kelchbereich gibt dem Wein zunächst viel Oberfläche, was die Aromatik beim Schwenken rasch öffnet. Gleichzeitig lenkt der Knick den Wein beim Schwenken kontrolliert entlang der Glaswand, wodurch sich die Aromen gleichmäßig entfalten, ohne abrupt zu verfliegen.

Im oberen Bereich verjüngt sich der Kelch leicht. Diese Geometrie bündelt die Aromen und führt sie gezielt zur Nase, was die Differenzierung feiner Duftnoten erleichtert. Beim Trinken wird der Wein schließlich durch die Glasform in einem bestimmten Winkel auf die Zunge geleitet, wodurch Frucht, Säure und Struktur ausgewogener wahrgenommen werden. Sowohl kraftvolle als auch komplexe Weine werden so in ihrer Tiefe und Balance präzise abgebildet, ohne den Weintyp auf eine klassische Glasform festzulegen.

Die aktuelle Black Line Edition war weltweit auf nur 2.800 Gläser limitiert und bereits innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Mit der Josephine No 3 in Rauchschwarz wurde dabei die Editionslogik konsequent weitergeführt. Das Ergebnis ist weniger ein komplett neues Glas als eine interessante neue Lesart eines bekannten Glasdesign-Entwurfs. [TVR]

