Unter dem Titel »Make This Moment Matter« stellte die diesjährige 3daysofdesign in Kopenhagen die Frage, welche Bedeutung Gestaltung im Hier und Jetzt entfalten kann. Statt auf ein bloßes Mehr an Produkten zu setzen, rückte das Design-Festival den Wunsch nach mehr Relevanz, Bewusstsein und Verantwortung in den Vordergrund. Dieser Gedanke zeigte sich in der Auseinandersetzung mit Materialien und Herstellungsprozessen ebenso wie in der Frage, wie Design unsere Beziehung zu Räumen, Objekten und miteinander prägt.
INNENKREIS
In der 2026 von Zeynep Rekkali Jensen gegründeten Galerie Innenkreis wurden parallel zwei Ausstellungen gezeigt: die textile Präsentation »You can’t see it from there« von Trine Tronhjem und Liv Marie Rømer sowie die Gruppenausstellung »Vanitas in Use I«. Während Tronhjem und Rømer an der Schnittstelle von Oberfläche, Atmosphäre und Raum arbeiten und Textil nicht als bloße Hülle, sondern als raumbildendes Medium verstehen, erweiterte »Vanitas in Use I« den kunsthistorischen Begriff der Vanitas um die Perspektive funktionaler Objekte und gelebter Räume. Mit Arbeiten von Indio Möglich, Lasse Sylvest Lilleoer, Et Arrangement, Maral Taşkırıcı, Clara Schweers und Thomas Woltmann, ergänzt durch historische Designs, fragte die Ausstellung, wie Vorstellungen von Zeit, Erinnerung, Vergänglichkeit und Gebrauch in Dingen weiterleben, die gemacht, berührt und benutzt werden.

Ukurant
Ukurant – eine von Kamma Rosa Schytte, Kasper Kyster, Josefine Krabbe und Lærke Ryom gegründete Ausstellungsplattform und kreative Community für junge, experimentelle Designpositionen – entstand aus der Frage, wie man es schafft sich nach dem Designstudium in der Branche zu positionieren. In diesem Sinne macht Ukurant während der 3daysofdesign mit ihrem Beitrag »Ukurant Makes Room« neue, fische Perspektiven von 26 Nachwuchstalenten aus Design und Kreativszene sichtbar. Die Ausstellung zeigte experimentelle Ansätze zu Handwerk, Material und Tradition und rückte Prozesse, Versuchsanordnungen und die handwerkliche Sorgfalt hinter den Arbeiten in den Mittelpunkt — ganz im Sinne eines Material-Matters-Gedankens, der das Werden eines Objekts ebenso beachtet, wie seine fertige Form.


FRAMA
FRAMA — 2011 von Niels Strøyer Christophersen in Kopenhagen gegründet — ist bekannt für eine reduzierte Ästhetik, natürliche Materialien und kompromisslose Qualität. Das neu präsentierte Sectional Sofa übersetzt diese gestalterische Sprache in eine weichere, großzügigere Form von Sitzkomfort und zeigt, wie die Marke Material, Form und alltägliches Wohnen zusammendenkt.

Royal Copenhagen x Griegst
Mit »Triton: A Masterpiece Resurfaces« zeugte Royal Copenhagen die Rückkehr der legendären Triton-Kollektion von Künstler und Goldschmied Arje Griegst — 50 Jahre nach ihrer ersten Präsentation im Flagship Store am Amagertorv 6, wo sie nun erneut zu sehen war. Gemeinsam mit der Familie Griegst und auf Basis der Griegst-Archive wurde die muschelartige Porzellankollektion in drei neuen Glasuren — Sand, Ocean und Celadon — neu aufgelegt. Die von Noam Griegst und Dan Thawley kuratierte Ausstellung machte den Entstehungsprozess sichtbar: von Muscheln, Werkzeugen, Modellen und historischen Formen bis zu fertigem Porzellan und unglasiertem Bisquit aus der Royal-Copenhagen-Manufaktur, ergänzt durch Soundscape und Duftkomposition.


