Hyperloop Pods

Die schwebende Zukunft des Transportes

All Images Courtesy of Virgin Hyperloop

Text Marie-Louise Schmidlin

Die Form, in der wir Menschen uns über den Planeten bewegen, hat in Hinblick auf Geschwindigkeit, aber auch Erschwinglichkeit im letzten Jahrhundert zweifellos große Sprünge gemacht. Abgesehen von der steigenden Effizienz der bereits bekannten Verkehrsmittel gab es seit der Erfindung des Flugzeugs allerdings nicht mehr allzu viel frischen Wind in puncto Massenmobilität. Genau nach diesem wird aber angesichts der Klimakrise und der stetig wachsenden Weltbevölkerung immer dringlicher verlangt. So hat sich in den letzten Jahren der Begriff der Hyperloop Pods einen festen Platz in den Medien gesichert – und das neuartige Mobilitätskonzept bringt gleich eine ganze Handvoll innovativer Eigenschaften mit sich mit.

Hyperloop Pods sollen in Zukunft ganze Städte wie Metro Stops miteinander verbinden und die Barrieren von Entfernung und Zeit sowohl für Menschen als auch für Fracht beseitigen. Bei Geschwindigkeiten von über 1.000 km/h werden ehemals stundenlange Fahrten durch ein paar wenige Minuten in den schwebenden Kapseln ersetzt. Dreimal schneller als ein Hochgeschwindigkeitszug bewegen sich die Hyperloop Pods somit ähnlich rasant wie ein Flugzeug – allerdings bei null Eigenemissionen – über die Erde. Abgerundet wird das Bild des Science-Fiction way of travelling durch ein futuristisches Design und einen On-Demand Betrieb. Und obwohl das nach Zukunftsmusik klingen mag, dauert es bis zur Inbetriebnahme der Hyperloop Pods laut Josh Giegel, dem CTO und Mitbegründer von Virgin Hyperloop, wohl keine zehn Jahre mehr.

 


Das Grundprinzip der Hyperloop Pods besteht darin, dass die Pods, also die Passagierkapseln, durch magnetische Levitation in Transportröhren mit Niederdruck zum Schweben gebracht werden. Eine direkte Reibung, wie zum Beispiel beim herkömmlichen Schienenverkehr, wird dadurch reduziert. Durch einen vakuumähnlichen Zustand in den Röhren ist der Luftwiderstand extrem niedrig, was die Höchstgeschwindigkeiten der Pods ermöglicht. Beschleunigt werden die Pods zudem durch Elektromotoren, welche direkte Emissionen verhindern und die Pods somit zu einer der bislang umweltfreundlichsten Formen von öffentlichem Transport machen.

 

 

Das Konzept der Hyperloop Pods wurde im Jahr 2013 von Elon Musk erstmals öffentlich erwähnt und für möglich befunden. Gemeinsam mit IngenieurInnen von SpaceX und Tesla verfasste er »Hyperloop Alpha«, ein 58-seitiges Konzept, in dem er erklärte wie die Umsetzung möglicherweise funktionieren könnte. Die Idee wurde darauf basierend in ein Open-Source-Projekt umgewandelt und von verschiedenen Parteien weltweit kontinuierlich weiterentwickelt. Spitzenreiter hierbei ist das Unternehmen Virgin Hyperloop, welches 2014 – damals noch als Hyperloop One – in einer Garage mit der Forschung begonnen hat. Nach einem Investment von Richard Branson wurde Hyperloop One im Jahre 2017 zu Virgin Hyperloop.

Das Interesse an der Entwicklung der Kapseln mit Hochgeschwindigkeits-Technologie ist groß. Vor allem hinsichtlich der Klimakrise könnte die Aufnahme des kommerziellen Betriebes der 100 Prozent elektrischen Virgin-Hyperloop-Pods eine bedeutende Rolle spielen. Weltweit wird der Entstehungsprozess von WissenschaftlerInnen, InvestorInnen und Regierungen mit großer Spannung verfolgt und unterstützt. Virgin Hyperloop arbeitet so unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi Arabien, den USA sowie Indien an der neuen Technologie.

 


Kompetenz in Sachen Design bringt dabei die Bjarke Ingels Group mit ein. Bereits 2016 hat sich das dänische Architekturbüro mit dem Entwurf des
Hyperloop One Portal in Dubai befasst, welches Ausgangspunkt für einen Transit zwischen Dubai und Abu Dhabi in nur 12 Minuten sein sollte. 

Nach 400 unbesetzten Testfahrten wurden im vergangenen November auf der Hyperloop Teststrecke DevLoop in Nevadas Wüste erstmals menschliche Passagiere mit einem Pod transportiert. Auch hier hat sich die Bjarke Ingels Group, in Kooperation mit Kilo, der visuellen Gestaltung des Pods angenommen. Das Resultat der Zusammenarbeit, der Prototyp Pegasus X-P2, hat nicht nur die Sicherheit der Kapseln unter Beweis gestellt, sondern auch gleichzeitig die Designsprache der zukünftigen Virgin Hyperloop Fahrzeuge definiert. Aufgrund der vakuumähnlichen Bedingungen in den Transportröhren wird der Bedarf an Aerodynamik minimal, was für mehr Spielraum im Designprozess sorgt und die elegante Formgebung ermöglicht. Und während es sich bei Pegasus noch um eine Zwei-Sitzer-Kapsel handelt, werden in den Serienfahrzeugen bis zu 28 Menschen Platz finden. 

Aktuell ist die Bjarke Ingels Group mit der Umsetzung des Hyperloop Certification Centers, kurz HCC, in West Virginia, beschäftigt. Mit dem Ziel, bis 2025 sicherheitszertifiziert zu sein, und bis 2030 den kommerziellen Betrieb aufnehmen zu können, wird im HCC mit einer knapp zehn Kilometer langen Teststrecke an der Zertifizierung der Pods gearbeitet. Somit ist der nächste große Schritt in Richtung Zukunft getan.

 

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